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Pferdekrankheiten

Sandkolik beim Pferd: Erkennen, behandeln & dauerhaft verhindern

23. April 2026 Anastasia D. Anastasia D. ...
Sandkolik beim Pferd: Erkennen, behandeln & dauerhaft verhindern

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Ihr Pferd zeigt immer wieder Koliksymptome, lebt auf einem sandigen Paddock oder Sie wohnen in Norddeutschland? Dann sollten Sie Sandkolik kennen. Diese Kolikform entwickelt sich schleichend über Wochen, bis sich Sand im Dickdarm so weit angesammelt hat, dass ernsthafte Beschwerden entstehen. Das Tückische: Bis dahin fällt oft nichts auf.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Sandkolik kann ein medizinischer Notfall sein. Konsultieren Sie bei Koliksymptomen sofort Ihren Tierarzt.


Tierärztin auskultiert den Bauch eines Pferdes im Stall zur Diagnose einer möglichen Sandkolik
Der Stethoskop-Test am unteren Bauch ist eine der ersten Maßnahmen bei Kolikverdacht.
Kurzantwort: Sandkolik entsteht, wenn sich Sand im Dickdarm des Pferdes ansammelt und Reizungen, Schmerzen oder Verstopfungen verursacht. Diagnostiziert wird sie durch Stethoskop, Kotprobe oder Röntgen. Behandelt wird mit Flohsamenschalen, Magnesiumsulfat und Paraffinöl, verabreicht über eine Nasenschlundsonde durch den Tierarzt. Ohne Behandlung kann Sandkolik lebensbedrohlich werden. Vorbeugung durch konsequentes Fütterungsmanagement ist möglich und entscheidend.

Was ist Sandkolik beim Pferd?

Sandkolik ist eine Kolikform beim Pferd, die durch die Ansammlung von Sand oder Erde im Dickdarm entsteht. Die Veterinärmedizin spricht von Sandenteropathie oder Sandimpaction. Im Gegensatz zu Gaskolik oder Krampfkolik entwickelt sie sich nicht akut, sondern über Wochen bis Monate, bevor klinische Symptome auftreten.

Sand ist ein inertes Material: Er verdaut sich nicht, löst sich nicht auf und wird ohne Behandlung nur sehr langsam durch den Darm bewegt. Im Dickdarm des Pferdes, der eine komplexe Geometrie mit engen Biegungen und tiefen Buchten aufweist, sammeln sich Sandpartikel bevorzugt im ventralen (unteren) Bereich des Grimmdarmes an. Dort können sie mechanisch reizen, die Darmmotilität stören und im schlimmsten Fall einen vollständigen Darmverschluss verursachen.

Eine Sandenteropathie ist laut aktueller Forschung klinisch relevant, wenn die Sandmasse radiographisch mehr als 21 cm² pro 100 kg Körpergewicht beträgt. Entwisle et al. (2025, PMID: 40778662) zeigten, dass dieser Schwellenwert eine Sensitivität von 98,25 % und eine Spezifität von 92,54 % für die Diagnose klinisch relevanter Fälle hat.

Sandkolik ist kein Koliktyp, bei dem ein Pferd schnell wieder fit ist. Sie unterscheidet sich von anderen Kolikformen durch:

  • Schleichenden Beginn über Wochen bis Monate
  • Wiederkehrende Koliken statt eines einmaligen Ereignisses
  • Gefahr der chronischen Darmreizung und Schleimhautschädigung
  • Hohen Behandlungsaufwand wenn die Diagnose zu spät gestellt wird

Wie entsteht eine Sandkolik? Ursachen und Risikofaktoren

Pferde nehmen täglich Sand auf, ohne dass wir es bemerken. Beim Fressen auf kahlen Paddocks, kurz abgeweideten Weiden oder sandigen Böden nehmen sie mit jedem Maul Gras oder Heu auch Sandkörner auf. Was zunächst harmlos wirkt, summiert sich über Wochen zu einem ernsthaften Problem.

Was passiert im Darm?

Der Verdauungstrakt des Pferdes ist auf pflanzliches Material ausgelegt. Sand wird vom Darm nicht erkannt und nicht aktiv transportiert. Er sinkt schwerkraftbedingt auf den Boden des Darms und lagert sich im großen Kolon ab, das beim Pferd eine besondere Anatomie mit engen Biegungen (Flexura pelvina, Flexura diaphragmatica) aufweist. Genau an diesen Engstellen und in den weiten, tiefen Anteilen des ventralen Kolons sammelt sich Sand bevorzugt an.

Kleine Sandmengen werden täglich mit dem Kot ausgeschieden. Übersteigt die tägliche Aufnahme jedoch die Ausscheidungsrate, akkumuliert Sand. Mit zunehmender Sandmasse steigt das Gewicht im Darm, die Motilität wird beeinträchtigt, die Schleimhaut wird mechanisch gereizt, und es können Entzündungen entstehen.

Wer ist besonders gefährdet?

RisikofaktorWarum gefährlich
Sandiger Boden (Norddeutschland, Brandenburg, Küstenregionen)Hohe Sandkonzentration in jeder Grasfläche, jedem Boden
Kahle Paddocks ohne VegetationPferde fressen direkt vom nackten Boden
Heu direkt auf sandigen BödenSand haftet am Heu und wird mitgefressen
Herbst und Winter (abgeweidete Weiden)Pferde suchen bodennahe Reste und nehmen Sand auf
Lange FresspausenHungrige Pferde suchen am Boden nach Resten
Miniaturpferde und PonysSchlechtere Behandlungsprognose (44 % vs. 81 % bei Großpferden, Entwisle & McConnell 2025, PMID: 39988760)
Pica-Verhalten (gezieltes Erdfressen)Extreme Sandaufnahme, oft auf Nährstoffmangel zurückzuführen

Welche Symptome zeigt ein Pferd mit Sandkolik?

Die Symptome der Sandkolik unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von anderen Kolikformen. Das macht die Erkennung für Pferdebesitzer schwierig. Es gibt jedoch typische Muster, die auf Sandkolik hinweisen.

Typische Anzeichen einer Sandkolik:

  • Koliken, die immer wieder auftreten und nicht dauerhaft nachlassen
  • Scharren mit den Vorderbeinen, Stampfen, unruhiges Stehen
  • Umschauen zum Bauch, Flankenbeobachten
  • Wälzen und Hinlegen, oft mit kurzen Erleichterungspausen
  • Verminderte oder fehlende Darmgeräusche im ventralen (unteren) Bauchbereich
  • Verminderter oder ausbleibender Kotabsatz
  • Leichte bis mittelgradige Bauchschmerzen (seltener extreme Unruhe wie bei Gaskolik)
  • Appetitlosigkeit oder deutlich reduzierte Futteraufnahme
  • Begleitdurchfall wenn Sand die Darmschleimhaut reizt
  • Schleichender Gewichtsverlust bei chronischer Sandbelastung
Wichtiges Warnsignal: Wiederkehrende Koliken, die immer wieder auftreten und mit üblicher Behandlung nicht dauerhaft verschwinden, sind ein starker Hinweis auf Sandenteropathie. Bitten Sie Ihren Tierarzt in diesem Fall um eine Röntgenuntersuchung des Abdomens.

Sandkolik ist nicht Gaskolik — die Unterschiede

Bei Gaskolik setzen die Schmerzen plötzlich und intensiv ein, das Pferd ist extrem unruhig, und die Symptome bessern sich oft innerhalb von Stunden. Bei Sandkolik ist der Beginn schleichend, die Schmerzen sind oft mittelgradig, und es gibt häufig Phasen scheinbarer Besserung, auf die neue Schmerzschübe folgen. Lesen Sie dazu auch: Kolik beim Pferd: Alle Formen im Überblick.

Sandkolik selbst erkennen: Stethoskop-Test und Kotprobe

Als Pferdehalterin mit über 15 Jahren Erfahrung weiß ich: Es gibt zwei einfache Methoden, mit denen Pferdebesitzer zu Hause einen ersten Hinweis auf Sandbelastung bekommen können. Beide ersetzen keine tierärztliche Diagnose, helfen aber die Situation einzuschätzen.

Methode 1: Der Stethoskop-Test (Auskultation)

Mit einem einfachen Stethoskop können Sie einen groben Screening-Test durchführen:

  1. Stellen Sie das Pferd ruhig auf ebenem Boden
  2. Platzieren Sie das Stethoskop am unteren Bauch — beidseitig, unterhalb des Nabels und vor der Unterlinie
  3. Hören Sie ca. 1–2 Minuten lang ruhig zu
  4. Ein typisches Sandgeräusch klingt wie Scheuerpapier oder fein rieselnder Sand in einem Sack — ein schleifendes, raschelndes Geräusch

Dieses Geräusch entsteht, wenn Sand im Darm in Bewegung gesetzt wird. Hören Sie nichts: Das schließt Sand nicht aus. Ruhender, angesammelter Sand macht keine Geräusche. Ein positiver Befund (Sandgeräusche) ist ein klares Signal, sofort den Tierarzt zu informieren.


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Methode 2: Die Kotprobe (Handschuh-Test)

Dieser Test ist einfach durchzuführen und gibt einen guten Hinweis auf aktuelle Sandausscheidung:

  1. Nehmen Sie einen Einmalhandschuh (Untersuchungshandschuh)
  2. Füllen Sie 5–6 frische Kotballen hinein
  3. Fügen Sie Wasser hinzu bis der Handschuh gut gefüllt ist
  4. Schütteln Sie kräftig, damit sich der Kot auflöst
  5. Hängen Sie den Handschuh auf oder halten Sie ihn so, dass die Finger nach unten zeigen
  6. Warten Sie 30 Minuten
  7. Prüfen Sie: Hat sich Sand in den Fingern des Handschuhs abgesetzt?

Bewertung:

  • Kein Sand: geringes aktuelles Risiko (schließt Sandakkumulation im Darm nicht aus)
  • Leichte Sandspuren: erhöhtes Risiko, Test an 3 aufeinanderfolgenden Tagen wiederholen und Tierarzt informieren
  • Deutliche Sandmenge in den Fingerabdrücken: dringend Tierarzt kontaktieren
Wichtig: Der Handschuh-Test zeigt nur Sand, der gerade ausgeschieden wird — nicht den Sand, der bereits im Darm angesammelt ist. Ein negativer Test schließt eine ernsthafte Sandakkumulation nicht aus. Führen Sie den Test an 3 aufeinanderfolgenden Tagen durch, da die Sandausscheidung schwankt.

Wie diagnostiziert der Tierarzt eine Sandkolik?

Eine sichere Diagnose der Sandenteropathie ist Aufgabe des Tierarztes. Die Methoden unterscheiden sich erheblich in ihrer Zuverlässigkeit.

Rektale Untersuchung

Durch die rektale Untersuchung kann der Tierarzt bei sehr großen Sandmassen manchmal ein schweres, sandiges Füllungsgefühl im Dickdarm ertasten. Bei kleinen bis mittleren Sandmengen ist diese Methode wenig sensitiv und liefert keine zuverlässige Aussage.

Abdominalsonographie (Ultraschall)

Mit dem Ultraschall lassen sich Sandansammlungen als hyperechoische (helle) Schichten im Dickdarm sichtbar machen. Tharwat & Al-Sobayil (2025, PMID: 40276205) bestätigten in ihrer Übersichtsarbeit, dass Ultraschall eine wertvolle Methode zur Diagnose verschiedener Kolikformen einschließlich der Sandenteropathie ist. Der Vorteil: Ultraschall ist mobil und auch beim Hofbesuch einsetzbar.

Röntgenuntersuchung — der Goldstandard

Die Röntgenuntersuchung des Abdomens ist die zuverlässigste Methode zur Diagnose und Verlaufskontrolle. Sie zeigt Lage, Ausdehnung und Dichte der Sandansammlung mit hoher Präzision.

Entwisle et al. (2025, PMID: 40778662) untersuchten 127 Pferde (70 klinisch unauffällig, 57 mit Sandenteropathie) und definierten einen radiographischen Schwellenwert: Mehr als 21 cm² Sandausdehnung pro 100 kg Körpergewicht gilt als klinisch bedeutsam. Dieser Wert erreicht eine Sensitivität von 98,25 % und eine Spezifität von 92,54 %. Damit ist das Röntgenbild der wichtigste diagnostische Schritt bei Verdacht auf Sandkolik.

Röntgen ist auch für die Verlaufskontrolle entscheidend. Ruohoniemi et al. (2001, PMID: 11191612) zeigten, dass sich unter medikamentöser Therapie große Sandansammlungen radiographisch innerhalb von 2–4 Tagen deutlich reduzieren, andere über einen Zeitraum von 1–4 Wochen verschwinden. Das Röntgenbild belegt also nicht nur die Diagnose, sondern auch den Behandlungserfolg.

DiagnosemethodeZuverlässigkeitAnwendung
Kotprobe (Handschuh-Test)Gering — zeigt nur aktuelle AusscheidungZu Hause, erste Einschätzung
Stethoskop-AuskultationGering — nur bei Sandbewegung hörbarZu Hause, erste Einschätzung
Rektale UntersuchungMittel — nur bei sehr großen Massen tastbarTierarzt vor Ort
Ultraschall (Sonographie)Gut — hyperechoische Darstellung möglichTierarzt vor Ort oder Klinik
Röntgen (Abdomen)Sehr gut — Goldstandard
Sensitivität 98,25 % / Spezifität 92,54 %
(Entwisle et al. 2025, PMID: 40778662)
Tierklinik

Handschuh-Kotprobe beim Pferd: Sand hat sich in den Fingerspitzen des Einmalhandschuhs abgesetzt
Der Handschuh-Test zeigt innerhalb von 30 Minuten ob Sand im Pferdemist vorhanden ist.

Wie wird Sandkolik beim Pferd behandelt?

Die Behandlung der Sandenteropathie hat das Ziel, den angesammelten Sand aus dem Dickdarm zu mobilisieren und mit dem Kot auszuscheiden. Die aktuelle Studienlage zeigt eindeutig: Nicht ein einzelnes Mittel, sondern die Kombination mehrerer Wirkstoffe, verabreicht über eine Nasenschlundsonde, ist am wirksamsten.

Flohsamenschalen (Psyllium) und Magnesiumsulfat — das bewährte Duo

Flohsamenschalen (Psyllium, gewonnen aus Plantago ovata) bilden im Darm eine schleimige Gelschicht, die den Sand einbettet und gleitfähig macht. Magnesiumsulfat (MgSO₄, auch Bittersalz genannt) ist ein osmotisches Abführmittel: Es zieht Wasser in den Darm, regt die Darmbewegung an und fördert den Transport des schweren, sandigen Darminhalts.

Niinistö et al. (2018, PMID: 30103912) führten eine prospektive Studie mit 20 behandelten und 20 Kontrollpferden durch. Die Therapie mit Psyllium (1 g/kg KGW) kombiniert mit Magnesiumsulfat (1 g/kg KGW) täglich über eine Nasenschlundsonde für 4 Tage führte zu einer signifikant besseren Sandclearance gegenüber der unbehandelten Kontrollgruppe (p < 0,001). Es war die erste prospektive Studie, die die Wirksamkeit dieser Kombination klar belegte.

Niinistö et al. (2014, PMID: 25458886) verglichen in einer früheren Studie mit 34 Pferden drei Behandlungsgruppen direkt:

  • Kombination (Psyllium + MgSO₄): 9 von 12 Pferden sandfrei nach 4 Tagen — 75 %
  • Nur Psyllium: 3 von 12 Pferden sandfrei — 25 %
  • Nur MgSO₄: 2 von 10 Pferden sandfrei — 20 %

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Kombination ist beiden Einzeltherapien klar überlegen.


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  • Für Risikopferde in sandigen Regionen — Dosierung nach Tierarzt-Empfehlung

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Paraffinöl — die dritte Komponente

Paraffinöl (Mineralöl) schmiert den Darminhalt und erleichtert den Transport schwerer Sandmassen durch die engen Stellen des großen Kolons. Es wird ebenfalls über die Nasenschlundsonde verabreicht und verstärkt die Wirkung der anderen Mittel.

Die bislang größte Behandlungsstudie zu dieser Dreifachkombination stammt von Entwisle & McConnell (2025, PMID: 39988760). Die Autoren behandelten 52 Pferde und 2 Esel mit radiographisch bestätigter Sandenteropathie täglich mit der Kombination aus Psyllium, Magnesiumsulfat und Paraffinöl via Nasenschlundsonde:

  • Gesamterfolgsrate: 81 % über einen Median von 4 Behandlungstagen
  • Großpferde schnitten besonders gut ab
  • Miniaturpferde dagegen nur mit 44 % Erfolgsrate — ein wichtiger Hinweis, der bei kleinen Pferderassen zur erhöhten Vorsicht mahnt

Hotwagner & Iben (2008, PMID: 18184383) bestätigten in einer Crossover-Studie mit 12 Pferden, dass die Kombination aus Psyllium und Mineralöl die Rohascheausscheidung (ein Maß für Sandausscheidung im Kot) messbar erhöht im Vergleich zu Mineralöl allein.

Warum reicht Psyllium allein oft nicht aus?

Flohsamenschalen gelten im Volksmund als das Hausmittel gegen Sandkolik. Die Studienlage zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Psyllium allein ist für die Behandlung einer bestehenden Sandakkumulation häufig nicht ausreichend.

Hammock et al. (1998, PMID: 9845218) testeten in einer kontrollierten Studie mit 12 Ponys, ob Psyllium die Sandausscheidung beschleunigt. Das ernüchternde Ergebnis: Kein signifikanter Unterschied zwischen Psyllium-Gruppe und Kontrollgruppe. Psyllium-Mucilloid allein hatte keine messbare Wirkung auf die Sandclearance aus dem Pferdekolon.

Das bedeutet nicht, dass Psyllium nutzlos ist — es ist ein wichtiger Teil der Kombination. Aber für die Behandlung einer bestehenden Sandkolik braucht es zwingend die Kombination aus Psyllium, Magnesiumsulfat und Paraffinöl, in klinischer Dosierung, durch den Tierarzt verabreicht.

Krankenhaus oder Heimbehandlung?

Kaikkonen et al. (2016, PMID: 27733202) analysierten retrospektiv 246 Pferde mit radiographisch bestätigter Sandakkumulation (≥ 75 cm²). Verglichen wurden Heim-Psyllium-Fütterung und stationäre Klinikbehandlung via Nasenschlundsonde. Das klare Ergebnis: Pferde, die im Krankenhaus täglich über die Nasenschlundsonde behandelt wurden, zeigten signifikant bessere Behandlungsergebnisse. Schwere Sandenteropathien müssen stationär behandelt werden.

Dosierungstabelle — Klinik-Behandlung (nur durch Tierarzt!)

Hinweis: Die folgenden Dosierungen stammen aus klinischen Studien. Sie werden ausschließlich durch Tierärzte über eine Nasenschlundsonde verabreicht. Keine Eigenbehandlung mit diesen Dosierungen. Die Dosierung für eine heimische Präventionskur legt Ihr Tierarzt individuell fest.
WirkstoffStudiendosierungVerabreichungQuelle
Psyllium (Flohsamenschalen)1 g/kg KGW täglichNasenschlundsonde, 4 TageNiinistö et al. 2018, PMID: 30103912
Magnesiumsulfat (Bittersalz / MgSO₄)1 g/kg KGW täglichNasenschlundsonde, 4 TageNiinistö et al. 2018, PMID: 30103912
Paraffinöl (Mineralöl)6–8 mL/kg KGW täglichNasenschlundsonde, Median 4 TageEntwisle & McConnell 2025, PMID: 39988760

Wann ist eine Operation notwendig?

In manchen Fällen reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus. Zeigt ein Pferd trotz intensiver Therapie keine Verbesserung, verschlechtert sich der Allgemeinzustand, oder entwickeln sich Zeichen einer Peritonitis (Bauchfellentzündung), ist eine Operation notwendig.

Die Prognose ist dabei besser als viele Pferdebesitzer befürchten. Granot et al. (2008, PMID: 18826513) analysierten retrospektiv 41 Pferde, die wegen Sandkolik operiert wurden. Von 37 operierten Tieren wurden 95 % aus der Klinik entlassen. Die Ein-Jahres-Überlebensrate betrug 100 %. Eine frühzeitig getroffene Operationsentscheidung hat also eine sehr gute Prognose.

Studien-Übersicht: Behandlung der Sandenteropathie

StudiePferde (n)BehandlungErgebnisPMID
Entwisle & McConnell (2025)54Psyllium + MgSO₄ + Paraffinöl (Sonde)81 % Erfolgsrate39988760
Niinistö et al. (2018)40Psyllium + MgSO₄ vs. Kontrolle (Sonde)Sign. bessere Clearance (p < 0,001)30103912
Niinistö et al. (2014)34Kombi vs. Psyllium vs. MgSO₄Kombi 75 % — Psyllium 25 % — MgSO₄ 20 %25458886
Kaikkonen et al. (2016)246Klinik (Sonde) vs. Heim-PsylliumKlinikbehandlung sign. überlegen27733202
Granot et al. (2008)41 (OP)Chirurgische Behandlung95 % entlassen — 100 % 1-Jahres-Überleben18826513
Hammock et al. (1998)12 PonysPsyllium allein vs. KontrolleKein sign. Unterschied — Psyllium allein nicht ausreichend9845218

Sandkolik beim Pferd dauerhaft verhindern

Sandkolik gehört zu den am besten vermeidbaren Kolikformen — wenn man die richtigen Maßnahmen konsequent umsetzt. Prävention kostet weit weniger als Behandlung: in Zeit, Geld und Stress für Pferd und Mensch. Lesen Sie dazu auch: Kolik beim Pferd vorbeugen: So schützen Sie Ihr Pferd.

Das Wichtigste: Kein Fressen vom nackten Boden

Die wirksamste Einzelmaßnahme ist das Vermeiden von Bodenkontakt beim Fressen. Jedes Mal wenn ein Pferd Heu, Gras oder Kraftfutter direkt vom sandigen oder erdigen Boden frisst, nimmt es Sandkörner auf.

  • Heuraufen statt Bodenheu: Heu immer in Heuraufen, Heunetzen oder erhöhten Heukörben anbieten. Direkt auf sandigen Böden sollte nie Heu ausgelegt werden.
  • Gummimatte unter dem Futterplatz: Auf Paddocks und in der Box eine stabile Gummimatte unter den Futterplatz legen. Fällt Heu auf die Matte, bleibt es sauber essbar — fällt es auf Sand, wird es Sandkolik-Risiko.
  • Kraftfutter aus sauberen Trögen: Niemals Kraftfutter auf den Boden streuen. Immer aus sauberen Trögen oder Eimern füttern.
  • Keine langen Fresspausen: Pferde, die zu lange auf Futter warten, suchen am Boden nach Resten und nehmen dabei Sand auf. Regelmäßige Heugaben — idealerweise ad libitum — reduzieren dieses Verhalten deutlich.

Gummimatte für Paddock — Sandkolik vorbeugen beim Pferd

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Pferd frisst Heu von einer Gummimatte auf sandigen Paddock — Schutz vor Sandaufnahme und Sandkolik
Eine Gummimatte unter dem Futterplatz verhindert, dass Pferde beim Fressen Sand aufnehmen.

Weidemanagement

Auf sandigen Böden oder abgegrasten Weiden ist die Sandaufnahme besonders hoch:

  • Weiderotation: Weiden nicht vollständig abweiden lassen. Auf Kurzgras fressen Pferde sehr bodennah und nehmen besonders viel Sand auf.
  • Paddock-Check: Kahle Paddocks ohne Vegetationsbedeckung sind Hochrisikobereiche. Gummimatten unter alle Futterstellen, regelmäßige Kotproben.
  • Saisonale Aufmerksamkeit: Herbst und Winter sind die kritischsten Jahreszeiten. Weiden sind abgefressen, Pferde suchen aktiv am Boden nach Futter.

Regelmäßige Kotproben — Früherkennung kostet nichts

Führen Sie den Handschuh-Test mindestens einmal pro Monat durch, an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Besonders wichtig ist die Überprüfung in der zweiten Jahreshälfte, wenn Weiden abgeweidet sind. Wer in einer sandigen Region wie Brandenburg, Mecklenburg oder Norddeutschland lebt, sollte den Test ganzjährig im Rhythmus durchführen.

Präventive Psyllium-Kuren — Absprache mit dem Tierarzt

Viele Tierärzte empfehlen bei Pferden in Risikoregionen eine regelmäßige Psyllium-Supplementierung. Die übliche Empfehlung lautet: eine Woche pro Monat Psyllium zufüttern. Die genaue Dosierung für die Heimgabe legt Ihr Tierarzt individuell für Ihr Pferd fest.

Mienaltowski et al. (2020, PMID: 32993781) zeigten, dass Psyllium-Supplementierung das Darmmikrobiom von Pferden messbar verändert — ein Hinweis darauf, dass Psyllium über rein mechanische Gelbildung hinaus auf den Darm wirkt. Ob dieser Effekt die Sandausscheidung langfristig verbessert, bedarf weiterer Forschung.

Zur Einordnung: Hassel et al. (2020, PMID: 32534763) beobachteten bei 10 Pferden mit milder Sandakkumulation, dass sowohl die Behandlungsgruppe als auch die Placebo-Gruppe über 35 Tage eine Sandreduktion zeigte. Das bedeutet: Leichte Sandmengen werden von gesunden Pferden auch ohne Behandlung teilweise ausgeschieden. Für mittlere und schwere Akkumulationen gilt das nicht.

Lesen Sie auch: Blähungen beim Pferd: Wenn der Darm aus dem Gleichgewicht gerät

Häufige Fragen zur Sandkolik beim Pferd

Wie lange dauert die Behandlung einer Sandkolik?

Bei stationärer Behandlung mit Psyllium, Magnesiumsulfat und Paraffinöl über die Nasenschlundsonde dauert die Therapie in der Regel 4 Tage (Niinistö et al. 2018, PMID: 30103912; Entwisle & McConnell 2025, PMID: 39988760). Manche Pferde benötigen länger. Röntgenkontrollen zeigen, ob der Sand ausreichend ausgeschieden wurde. Leichte Fälle können sich auch ohne intensive Behandlung über mehrere Wochen spontan verbessern.

Kann mein Pferd Sandkolik bekommen, obwohl es auf einer Weide steht?

Ja. Besonders wenn die Weide abgefressen oder karg ist, fressen Pferde bodennahe Grasstoppeln und nehmen dabei Sand auf. Auch auf Weiden mit sandigem Untergrund ist das Risiko erhöht — besonders wenn kein separater Heu-Fressplatz mit Unterlage vorhanden ist. Das Risiko ist am höchsten, wenn Pferde Heu direkt auf sandigen Böden fressen.

Sind Flohsamenschalen aus dem Supermarkt für Pferde geeignet?

Psyllium ist grundsätzlich dieselbe Substanz — ob Pferde- oder Humanprodukt. Allerdings enthalten viele Produkte aus dem Humanbereich Aromen, Süßungsmittel oder andere Zusätze, die für Pferde nicht geeignet sind. Für Pferde sollten Sie reines, unverarbeitetes Psyllium ohne Zusätze verwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über ein geeignetes Produkt und die richtige Dosierung für Ihr Pferd.

Was ist der Unterschied zwischen Glaubersalz und Magnesiumsulfat bei der Sandkolik-Behandlung?

Glaubersalz ist Natriumsulfat (Na₂SO₄) — ein osmotisches Abführmittel, das traditionell in der Pferdemedizin eingesetzt wird. Magnesiumsulfat (MgSO₄, auch Bittersalz) ist eine verwandte Substanz mit ähnlichem Wirkmechanismus. Die aktuellen klinischen Studien zu Sandkolik haben ausschließlich Magnesiumsulfat untersucht (Niinistö et al. 2018, PMID: 30103912; Niinistö et al. 2014, PMID: 25458886). Beide Substanzen werden in der Pferdepraxis eingesetzt — die stärkste wissenschaftliche Evidenz liegt für Magnesiumsulfat vor. Welches Mittel Ihr Tierarzt wählt, hängt von der klinischen Situation ab.

Wann muss ich bei Sandkolik sofort den Tierarzt rufen?

Rufen Sie sofort den Tierarzt an wenn Ihr Pferd starke, anhaltende Schmerzen zeigt (wälzt sich heftig, kommt nicht zur Ruhe), wenn der Puls deutlich erhöht ist (über 48 Schläge pro Minute in Ruhe), wenn die Schleimhäute verfärbt sind (blass, grau, blau oder dunkelrot), wenn kein Kotabsatz seit mehr als 4 Stunden erfolgt ist, oder wenn Sie generell unsicher sind. Sandkolik kann sich von milden Schmerzen zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss entwickeln. Warten Sie im Zweifel nie ab.

Fazit: Sandkolik ernst nehmen — und früh handeln

Sandkolik ist eine heimtückische Kolikform, die sich über Wochen aufbaut und mit einfachen Haustests frühzeitig erkannt werden kann. Die Wissenschaft ist eindeutig: Flohsamenschalen allein reichen für die Behandlung nicht aus. Erst die Kombination aus Psyllium, Magnesiumsulfat und Paraffinöl — durch den Tierarzt über die Nasenschlundsonde verabreicht — zeigt mit einer Erfolgsrate von 81 % wirklich gute Ergebnisse (Entwisle & McConnell 2025, PMID: 39988760).

Vorbeugung ist der beste Schutz: Gummimatte unter den Futterplatz, Heu nur aus Raufen, monatliche Kotproben und eine regelmäßige Psyllium-Kur in Absprache mit dem Tierarzt sind die wichtigsten Maßnahmen für alle Pferde in sandigen Regionen.

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt — besonders wenn Ihr Pferd in einer sandigen Region lebt, immer wieder Koliksymptome zeigt oder Sie beim Kotproben-Test Sand entdecken. Früh gehandelt ist halb gewonnen.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Entwisle IG, McConnell EJ (2025). Medical treatment of sand enteropathy with psyllium, magnesium sulphate and paraffin oil in 54 Western Australian equids. Aust Vet J. DOI: 10.1111/avj.13406 — PMID: 39988760
  2. Entwisle IG, Byrne DP, Lester GD, McConnell EJ (2025). Radiographic area of large intestinal sand accumulation in horses may determine clinical significance. Aust Vet J. DOI: 10.1111/avj.70007 — PMID: 40778662
  3. Tharwat M, Al-Sobayil F (2025). Equine colic: A comprehensive overview of the sonographic evaluation, diagnostic criteria, and management. Open Vet J. DOI: 10.5455/OVJ.2025.v15.i3.5 — PMID: 40276205
  4. Niinistö KE, Ruohoniemi MO, Freccero F, Raekallio MR (2018). Investigation of the treatment of sand accumulations in the equine large colon with psyllium and magnesium sulphate. Vet J. DOI: 10.1016/j.tvjl.2018.06.005 — PMID: 30103912
  5. Kaikkonen R, Niinistö K, Lindholm T, Raekallio M (2016). Comparison of psyllium feeding at home and nasogastric intubation of psyllium and magnesium sulfate in the hospital. Acta Vet Scand. DOI: 10.1186/s13028-016-0254-z — PMID: 27733202
  6. Niinistö K, Hewetson M, Kaikkonen R, Sykes BW, Raekallio M (2014). Comparison of the effects of enteral psyllium, magnesium sulphate and their combination for removal of sand from the large colon of horses. Vet J. DOI: 10.1016/j.tvjl.2014.10.017 — PMID: 25458886
  7. Hassel DM, Curley T, Hoaglund EL (2020). Evaluation of fecal sand clearance in horses with naturally acquired colonic sand accumulation with a product containing probiotics, prebiotics, and psyllium. J Equine Vet Sci. DOI: 10.1016/j.jevs.2020.102970 — PMID: 32534763
  8. Granot N, Milgram J, Bdolah-Abram T, Shemesh I, Steinman A (2008). Surgical treatment of sand colic in equids: retrospective analysis of 41 cases. Aust Vet J. DOI: 10.1111/j.1751-0813.2008.00348.x — PMID: 18826513
  9. Hotwagner K, Iben C (2008). Evacuation of sand from the equine intestine with mineral oil, with or without psyllium. J Anim Physiol Anim Nutr. DOI: 10.1111/j.1439-0396.2007.00713.x — PMID: 18184383
  10. Ruohoniemi M, Kaikkonen R, Raekallio M, Luukkanen L (2001). Abdominal radiography in monitoring the resolution of sand accumulations in the equine large colon treated medically. Equine Vet J. DOI: 10.2746/042516401776767403 — PMID: 11191612
  11. Mienaltowski MJ et al. (2020). Psyllium supplementation is associated with changes in the fecal microbiota of horses. BMC Res Notes. DOI: 10.1186/s13104-020-05305-w — PMID: 32993781
  12. Hammock PD, Freeman DE, Baker GJ (1998). Failure of psyllium mucilloid to hasten sand clearance from the equine large colon. Vet Surg. DOI: 10.1111/j.1532-950x.1998.tb00530.x — PMID: 9845218
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