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Gesundheit

Kolik beim Pferd: Der komplette Guide – Symptome, erste Hilfe & Behandlung

07. April 2026 Anastasia D. Anastasia D. ...
Kolik beim Pferd: Der komplette Guide – Symptome, erste Hilfe & Behandlung

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Kolik beim Pferd: Der komplette Guide – Symptome, erste Hilfe & Behandlung

Als langjährige Pferdehalterin mit tiermedizinischem Hintergrund und über 15 Jahren eigener Pferdehaltung kenne ich das Herzrasen, das einsetzt, wenn man ein Pferd plötzlich scharren oder sich hinwerfen sieht. Kolik ist kein Wort, das Pferdemenschen kalt lässt – und das aus gutem Grund. Bei meinen eigenen Pferden ist es mir bisher durch konsequente Vorbeugung gelungen, ernste Koliken zu vermeiden, aber ich weiß, wie schnell sich das ändern kann. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen alles, was Sie als Pferdebesitzer wissen müssen: von den ersten Anzeichen über die richtige Erstreaktion bis zur Nachsorge und Vorbeugung.

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Konsultieren Sie vor jeder Anwendung Ihren Tierarzt. Bei Kolik-Verdacht rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an – Kolik kann lebensbedrohlich sein.

Das Wichtigste auf einen Blick

Kolik beim Pferd ist ein akutes Symptom von Bauchschmerzen, das von verschiedenen Ursachen herrühren kann, am häufigsten jedoch den Magen-Darm-Trakt betrifft. Schnelles Handeln ist bei Kolikanzeichen wie Unruhe, Scharren oder Wälzen entscheidend, da eine unbehandelte Kolik lebensbedrohlich verlaufen kann. Eine frühzeitige tierärztliche Diagnose ist unerlässlich, um zwischen behandelbaren medizinischen Fällen und solchen zu unterscheiden, die eine Operation erfordern.

  • Kolik ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Oberbegriff für Bauchschmerzen verschiedener Ursache.
  • Es gibt 7 häufige Kolikformen – von der harmlosen Gaskolik bis zum operationspflichtigen Darmverschluss.
  • Erste Maßnahme: Tierarzt anrufen, Futter entfernen, Vitalwerte messen.
  • Puls über 60/min, graue Schleimhäute oder kein Kotabsatz seit über 12 Stunden sind Notfallzeichen.
  • Schmerzmittel nur auf Anweisung des Tierarztes geben.

Was ist Kolik beim Pferd?

Kolik beim Pferd ist ein Sammelbegriff für Bauchschmerzen, die durch verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts ausgelöst werden. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom. Hinter dem Wort „Kolik“ können sich Zustände verbergen, die innerhalb einer Stunde von selbst verschwinden – oder solche, die ohne Notoperation tödlich enden.

Definition: Kolik ist ein medizinischer Oberbegriff für Abdominalschmerzen beim Pferd, verursacht durch Funktionsstörungen, Verlagerungen, Verstopfungen oder Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt. Kolik ist kein Krankheitsname, sondern ein Schmerzsymptom mit vielen möglichen Ursachen.

Das Verdauungssystem des Pferdes ist anatomisch besonders anfällig. Als Steppentier ist das Pferd dafür ausgelegt, täglich 16–18 Stunden lang kleine Mengen Raufutter aufzunehmen. Der Magen ist im Verhältnis zum Körpergewicht klein – er fasst nur etwa 8–15 Liter. Der Dickdarm hingegen ist gewaltig: Er kann bis zu 130 Liter fassen und schlingt sich in mehreren engen Biegungen durch den Bauch. Genau diese Biegungen sind anfällig für Verstopfungen und Verlagerungen.

Hinzu kommt eine anatomische Eigenheit, die Kolik so gefährlich macht: Das Pferd kann nicht erbrechen. Gas, Darminhalt oder Flüssigkeit, die sich aufstauen, haben keinen Weg nach oben. Der Druck steigt, bis im schlimmsten Fall der Magen oder Darm reißt. Diese Magenruptur verläuft fast immer tödlich.

Kolik ist eine der häufigsten Notfallsituationen und eine der häufigsten nicht-infektiösen Todesursachen beim Pferd weltweit. Das Wissen um Anzeichen, Erstmaßnahmen und Diagnose kann das Leben Ihres Pferdes retten. Wenn Sie mehr über die richtige Fütterung zur Vorbeugung erfahren möchten, lesen Sie unseren Leitfaden.

Pferdebesitzerin misst Puls am Unterkiefer — PAT-Werte bei Kolik-Verdacht

Welche Symptome hat ein Pferd mit Kolik? – Die vollständige Checkliste

Pferde teilen Schmerzen über ihr Verhalten mit – nicht durch Lautäußerungen. Manche Kolikanzeichen sind eindeutig, andere sind subtil und werden leicht übersehen. Wer sein Pferd gut kennt, erkennt erste Veränderungen oft schon, bevor die klassischen Koliksignale auftreten.

Frühe Warnsignale – oft übersehen

  • Fressunlust oder plötzliches Stehenbleiben beim Fressen
  • Leerer, teilnahmsloser Blick
  • Ungewöhnliche Stille oder Rückzug in der Herde
  • Häufiges Gähnen oder Strecken
  • Unvollständiger Kotabsatz oder weicher, schlecht geformter Kot

Deutliche Koliksymptome

  • Scharren mit einem Vorderbein
  • Hinschauen oder Nippen Richtung Flanke/Bauch
  • Häufiges Hinlegen, sofortiges Aufstehen, erneutes Hinlegen
  • Wälzen – von ruhigem Rollen bis zu heftigem Werfen
  • Strecken, als würde das Pferd urinieren wollen (ohne Ergebnis)
  • Schweißausbruch ohne körperliche Belastung
  • Aufgeblähter oder hart wirkender Bauch
  • Ausbleibender Kotabsatz

Schwere Schmerzsignale – sofort Tierarzt

  • Unkontrollierbares, heftiges Wälzen – das Pferd wirft sich hin, ohne auf Hindernisse zu achten
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Zurückgezogene Lippen (Schmerzmimik)
  • Starkes, ganzkörperliches Zittern
  • Kollapsartige Erschöpfung zwischen Schmerzattacken

PAT-Werte: Normal vs. Kolik-Alarm

PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur. Diese drei Werte sollten Sie bei Kolik-Verdacht sofort messen und dem Tierarzt am Telefon mitteilen. Den Puls fühlen Sie an der Unterkieferarterie oder an der Arterie an der Innenseite des Vorderbeins. Darmgeräusche hören Sie mit dem Ohr direkt an der Flanke – links und rechts.

VitalwertNormalbereichErhöht – AchtungKritisch – Notfall
Puls28–40 / min40–60 / min> 60 / min
Atemfrequenz8–16 / min16–30 / min> 30 / min
Temperatur37,5–38,2 °C38,2–38,8 °C> 39 °C oder < 37 °C
DarmgeräuscheGleichmäßiges GluckernUnregelmäßig, lautFehlend auf einer oder beiden Seiten
SchleimhäuteBlass rosa, feuchtBlass, leicht trockenGrau, blau, klebrig trocken


Die 7 häufigsten Kolikarten beim Pferd – Ursachen, Verlauf und Unterschiede

Die Kolikform bestimmt die Behandlung – und die Prognose. Eine Gaskolik kann sich mit leichter Bewegung und einem Spasmolysum von selbst lösen. Ein Dünndarmverschluss hingegen erfordert eine Notoperation innerhalb weniger Stunden. Deswegen ist die Unterscheidung der Kolikarten so wichtig.

1. Gaskolik (Tympanie)

Gaskolik ist eine der häufigsten Kolikformen und entsteht durch übermäßige Gasbildung im Dickdarm, die nicht abgeführt werden kann. Die linke Flanke des Pferdes wirkt aufgebläht und klingt beim Klopfen hohl. Typische Ursachen sind schnelle Futterumstellungen, zu viel frisches Gras im Frühjahr, mangelnde Bewegung oder Gärungsprozesse durch ungeeignete Futtermischungen.

Gaskoliken sprechen oft gut auf Spasmolytika und leichte Bewegung an und lösen sich innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden auf. Dennoch muss immer ein Tierarzt beurteilen, ob wirklich nur Gas die Ursache ist – denn eine ernsthaftere Verlagerung kann ähnlich aussehen.

2. Verstopfungskolik (Obstipationskolik)

Verstopfungskolik entsteht, wenn Darminhalt im Dickdarm feststeckt. Am häufigsten betroffen ist der Bereich der Beckenflexur – einer engen Biegung des großen Kolons, an der der Darm von links nach rechts wechselt und dabei enger wird. Ursachen sind zu wenig Wasseraufnahme, zu trockenes Heu, Bewegungsmangel und schlechte Kauqualität (z.B. bei älteren Pferden mit schlechten Zähnen).

Verstopfungskoliken können sich über Tage hinziehen. Der Tierarzt behandelt mit Flüssigkeit per Nasenschlundsonde, Paraffinöl und Infusionen. Die Erholung dauert länger als bei einer Gaskolik und erfordert Geduld und konsequente Nachsorge.

3. Krampfkolik (Spasmodische Kolik)

Krampfkolik ist eine funktionelle Störung, bei der der Darm sich krampfartig zusammenzieht. Das Pferd leidet unter plötzlichen, heftigen Schmerzattacken – zwischen denen es sich erstaunlich normal verhalten und sogar fressen kann. Ursachen sind Stress, Temperaturwechsel, verschmutztes oder zu kaltes Wasser sowie Parasitenbefall.

Krampfkoliken sind in der Regel gut behandelbar und sprechen schnell auf Spasmolytika an. Trotzdem: immer tierärztlich absichern. In seltenen Fällen liegen Verlagerungen hinter dem Krampfbild.

4. Sandkolik

Sandkolik entsteht durch die allmähliche Ansammlung von Sand und Erde im Blind- und Dickdarm. Pferde auf abgefressenen Weiden oder sandigen Böden nehmen beim Grasen Sand auf – Milliliter für Milliliter, Tag für Tag. Über Monate akkumuliert sich dieser Sand, bis er Entzündungen, Verstopfungen und mechanische Reizungen verursacht.

Ein Hinweis auf Sandkolik: Darmgeräusche klingen schleifend-sandig. Der sogenannte Sandtest – eine Kotprobe in einem durchsichtigen Behälter mit Wasser – kann erste Hinweise geben: Sinkt Sand auf den Boden, ist das verdächtig. Sandkoliken sind hartnäckig, können chronisch werden und erfordern meist eine mehrtägige intensive Behandlung sowie Psyllium-Kuren zur Vorbeugung. Mehr dazu in unserem Artikel Sandkolik beim Pferd.

5. Dünndarmkolik (Dünndarmverschluss oder -verlagerung)

Dünndarmkoliken gehören zu den ernstesten Kolikformen und erfordern häufig eine sofortige Operation. Ein Volvulus (Darmverdrehung), eine Einklemmung in eine natürliche Körperöffnung (z.B. Leistenring), ein Askariden-Verschluss bei jungen Pferden oder Adhäsionen nach früheren Operationen können den Dünndarm blockieren. Der Magen füllt sich dann durch zurückstauenden Inhalt – das Risiko einer Magenruptur steigt rapide.

Zeichen: Sehr starke, rasch sich steigernde Schmerzen, Pulsanstieg über 60/min, kein Kotabsatz, möglicherweise Reflux bei der Magensondiering. Diese Pferde verschlechtern sich innerhalb von Stunden dramatisch. Jede Minute Verzögerung verschlechtert die Prognose.

6. Magenkolik (Magenüberdehnung)

Magenkolik entsteht durch eine Überfüllung oder Überdehnung des Magens. Da das Pferd nicht erbrechen kann, ist die Magenruptur-Gefahr bei dieser Form besonders hoch. Häufige Ursachen sind zu viel Kraftfutter auf einmal (mehr als 500–1.500 g pro Mahlzeit gelten bereits als riskant), die Aufnahme von quellfähigem Material wie ungequollenen Rübenschnitzeln oder Brotteig sowie Dünndarmverschlüsse, bei denen Mageninhalt nicht weiter transportiert werden kann.

Eine Magenruptur ist nahezu immer tödlich. Bei Verdacht auf Magenüberdehnung oder starkem Reflux ist sofortiger Notfalltransport in eine Pferdeklinik unumgänglich.

7. Blinddarmkolik (Zäkumkolik)

Blinddarmkolik ist eine Verstopfung oder Gasansammlung im Blinddarm (Zäkum). Das Zäkum des Pferdes ist ein massives Gärorgan mit einem Fassungsvermögen von bis zu 33 Litern. Verblockungen hier führen zu erheblichen Schmerzen und sind schwierig zu behandeln. Manche Zäkumobstipationen sprechen auf intensive Infusionstherapie an, andere erfordern eine Operation.

Die Diagnose ist ohne rektale Untersuchung und Ultraschall nicht sicher zu stellen. Ein geschwollener Blinddarm ist rektal tastbar, was dem Tierarzt einen wichtigen Hinweis gibt.

Was tun bei Kolik-Verdacht? – Erste Hilfe Schritt für Schritt

Die Minuten nach dem Erkennen einer Kolik sind entscheidend. Was Sie tun – und was Sie unterlassen – kann den Verlauf erheblich beeinflussen.

✅ Das sollten Sie tun:

  1. Sofort Tierarzt anrufen. Nicht abwarten. Schildern Sie alle Symptome, die PAT-Werte und wann zuletzt Kot abgesetzt wurde.
  2. Futter sofort entfernen – kein Heu, kein Kraftfutter, bis der Tierarzt das Pferd untersucht hat.
  3. Wasser bereitstellen – wenn das Pferd trinken möchte und keine Magenüberdehnung vorliegt, ist Wasser erlaubt und sogar sinnvoll.
  4. Pferd leicht führen – ruhiges Schrittführen kann bei Gaskoliken helfen. Nicht überanstrengen.
  5. Vitalwerte messen und notieren: Puls, Atemfrequenz, Temperatur, Darmgeräusche links/rechts, Schleimhautfarbe.
  6. Box sichern: Eimer, Futtergeschirr und Hindernisse entfernen. Ausreichend Einstreu, damit das Pferd sich beim Wälzen nicht verletzt.
  7. Kotabsatz dokumentieren: Wann wurde zuletzt Kot gesehen? Wie viel? War er normal geformt?
  8. Pferd nicht alleine lassen bis zum Eintreffen des Tierarztes.

❌ Das sollten Sie NICHT tun:

  • Kein Futter geben – auch nicht „ein bisschen Heu zur Beruhigung“.
  • Keine Schmerzmittel ohne Tierarztanweisung. Schmerzmittel können Symptome verschleiern und dem Tierarzt die Diagnose erschweren. Nur wenn der Tierarzt am Telefon ausdrücklich etwas empfiehlt, darf etwas gegeben werden.
  • Kein stundenlanger Zwangsmarsch. Moderates Führen ja – Erschöpfung nein.
  • Kein Öl eigenmächtig eingeben. Öl per Mund kann bei Magenüberdehnung die Situation verschlechtern und ist kein Ersatz für tierärztliche Behandlung.
  • Nicht abwarten in der Hoffnung, es wird schon besser.

Wann ist Kolik beim Pferd ein absoluter Notfall?

Prinzipiell sollte jede Kolik vom Tierarzt beurteilt werden. Einige Zeichen verlangen jedoch sofortiges Handeln – ohne Abwarten und ohne „erst noch eine Stunde beobachten“.

NotfallzeichenBedeutung
Puls dauerhaft > 60/minSchwerer Schmerz oder beginnender Schock – sofort Notfallklinik
Graue oder blaugraue SchleimhäuteDurchblutungsstörung, möglicher Endotoxinschock
Fehlende Darmgeräusche beidseitigDarmstillstand – dringend operationsverdächtig
Unkontrollierbares, heftiges WälzenExtremer Schmerz, erhöhtes Verlagerungsrisiko durch Wälzen
Keine Verbesserung nach 30–45 Min.Selbstständige Auflösung unwahrscheinlich
Kein Kotabsatz seit > 12 StundenHinweis auf Obstipation oder Verschluss
Reflux bei MagensondieringDünndarmverschluss – sofort Klinik
Zähneknirschen, zurückgezogene LippenExtremer Dauerschmerz – keine Minute verlieren

Faustregel: Jede Kolik, die sich nicht innerhalb von 30–45 Minuten unter Beobachtung stabilisiert oder verschlechtert, ist ein Notfall. Im Zweifel immer zum Telefon greifen.

Wie diagnostiziert der Tierarzt eine Kolik?

Die tierärztliche Kolikuntersuchung ist komplex und kann 30–60 Minuten dauern. Sie folgt einem strukturierten Ablauf, bei dem jeder Schritt Informationen liefert, die über Leben und Tod entscheiden können.

Klinische Erstuntersuchung

Zunächst werden PAT-Werte erhoben und die Schleimhäute beurteilt. Der Tierarzt beobachtet das Schmerzverhalten und hört mit dem Stethoskop die Darmgeräusche ab – alle vier Quadranten des Bauchs werden systematisch abgehört. Fehlende oder veränderte Darmgeräusche geben erste Hinweise auf die Kolikform.

Rektale Untersuchung

Die rektale Untersuchung ist ein unverzichtbares Diagnosewerkzeug. Der Tierarzt kann mit dem Arm durch das Rektum große Teile des Dickdarms, den Blinddarm und andere Strukturen ertasten. Verlagerungen, Verhärtungen oder abnorme Positionen von Darmabschnitten können so direkt erkannt werden – ohne Bildgebung.

Magensondiering

Eine Nasenschlundsonde wird durch die Nase in den Magen vorgeführt. Fließt Mageninhalt zurück (sogenannter Reflux), deutet das auf einen Dünndarmverschluss hin, bei dem sich Mageninhalt zurückstaut. Reflux ist ein unmittelbares Notfallzeichen. Gleichzeitig kann über die Sonde Flüssigkeit, Elektrolyte oder Paraffinöl verabreicht werden.

Ultraschalldiagnostik

Die abdominale Sonographie hat sich in der Kolikdiagnostik als wertvolles Werkzeug etabliert. Tharwat und Al-Sobayil (2025, PMID: 40276205) haben in einem umfassenden Übersichtsartikel dargelegt, dass der Bauchultraschall besonders bei der Unterscheidung von Dünndarmstrangulationen von anderen Kolikformen entscheidend ist – also genau bei jenen Fällen, die eine sofortige Operation erfordern. Mit dem Ultraschall beurteilt der Tierarzt Darmwandbeschaffenheit, Flüssigkeitsansammlungen, Organgröße und Darmbeweglichkeit, ohne invasiv vorzugehen.

Bauchhöhlenpunktion (Abdominozentese)

Bei schweren Koliken wird mit einer Nadel Flüssigkeit aus der Bauchhöhle entnommen. Radcliffe et al. (2022, PMID: 35044063) haben spezifische Bewertungsparameter für diese Bauchhöhlenflüssigkeit bei Kolikpferden beschrieben. Farbe, Trübung, Laktatgehalt und Zellzahlen dieser Flüssigkeit geben dem Tierarzt wichtige Hinweise: Eine rötliche Verfärbung weist auf Ischämie hin. Ein erhöhter Laktatgehalt in der Bauchhöhlenflüssigkeit ist ein starker Hinweis auf strangulierte Darmläsionen und beeinflusst direkt die Entscheidung, ob eine Operation notwendig ist.

Laborwerte

Blutbild, Laktat, Hämatokrit, Elektrolyte, Kreatinin und Harnstoff geben Aufschluss über den Allgemeinzustand des Pferdes, über Dehydration und über den Schweregrad des Schocks. Erhöhte Laktatwerte im Blut zeigen an, dass die Sauerstoffversorgung der Gewebe eingeschränkt ist – ein kritisches Zeichen.

Behandlung von Kolik beim Pferd – Von der Spasmolyse bis zur Operation

Die Behandlung richtet sich nach der Kolikform, dem Schweregrad und dem Allgemeinzustand des Pferdes. Es gibt keine universelle Kolik-Behandlung. Der Tierarzt entscheidet individuell – auf Basis seiner Untersuchungsergebnisse.

Konservative Behandlung

Leichte bis mittelschwere Koliken werden konservativ behandelt. Die eingesetzten Wirkstoffklassen umfassen:

  • Spasmolytika – entspannen die Darmmuskulatur und helfen bei Krampf- und leichten Gaskoliken. Die genaue Dosierung legt Ihr Tierarzt fest.
  • Analgetika / NSAIDs – wirken schmerzhemmend und entzündungshemmend. Häufig eingesetzte Wirkstoffe in dieser Klasse sind Flunixin-Meglumin und Meloxicam. Die genaue Dosierung legt Ihr Tierarzt fest.
  • Sedativa – bei schweren Schmerzen, um das Pferd zu beruhigen und die Untersuchung zu ermöglichen. Die genaue Dosierung legt Ihr Tierarzt fest.
  • Infusionen – bei Dehydration und Elektrolytverlust, besonders bei Verstopfungskoliken.
  • Nasenschlundsonde – zur Entlastung des Magens und zur Gabe von Paraffinöl oder Flüssigkeit bei Obstipationskoliken.
Wichtig: Schmerzmittel dürfen nicht eigenmächtig gegeben werden. Sie verschleiern das klinische Bild und können die Diagnose erheblich erschweren.

Wann ist eine Operation notwendig?

Wenn konservative Maßnahmen keine Wirkung zeigen, sich der Zustand des Pferdes verschlechtert oder die Diagnostik auf einen mechanischen Verschluss oder eine Verlagerung hindeutet, ist eine Kolik-Operation (Laparotomie) notwendig. Diese wird in einer Pferdeklinik unter Vollnarkose durchgeführt.

Die häufigsten Operationsindikationen sind Dünndarmverschlüsse, Darmverlagerungen, Dickdarmvolvulus und therapieresistente Obstipationen. Die OP-Entscheidung muss schnell fallen – je länger ein Darmabschnitt ohne Durchblutung ist, desto schlechter die Prognose für dieses Gewebesegment.

Laparoskopie als minimalinvasive Option

Martens und Haardt (2023, PMID: 37198055) beschreiben in ihrem Übersichtsartikel die wachsende Rolle der Laparoskopie bei der Diagnose und Behandlung von Kolik. Besonders bei chronisch wiederkehrenden Koliken ist die Laparoskopie wertvoll: Sie ermöglicht Biopsien, die Beurteilung von Adhäsionen und prophylaktische Eingriffe wie den Verschluss des nephrolienalen Raums, der häufig für eine spezifische Dickdarmverlagerung verantwortlich ist. Bei akuten Koliken wird die Laparoskopie seltener eingesetzt, kann aber in bestimmten Situationen die Entscheidung zwischen konservativer Therapie und offener Operation unterstützen.

Prognose und Heilungschancen bei Kolik

Die Frage, die alle Pferdebesitzer in einer Koliksituation bewegt: Wird mein Pferd überleben? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt sehr stark auf die Kolikform, den Zeitpunkt der Behandlung und den Allgemeinzustand des Pferdes an.

Einfache Koliken wie Gaskoliken oder leichte Krampfkoliken heilen in der Regel vollständig ab. Die Prognose für diese Formen ist gut. Komplizierte chirurgische Koliken haben eine deutlich schlechtere Prognose – besonders wenn der Eingriff zu spät erfolgt oder wenn bereits Darmnekrosen vorliegen.

Was bestimmt die Prognose?

Nocera et al. (2026, Animals, DOI: 10.3390/ani16030496) haben in einer aktuellen Studie die Prognosefaktoren für das kurzfristige Überleben bei Kolikpferden analysiert. Ihre Arbeit zeigt, dass mehrere klinische Parameter zusammen betrachtet werden müssen, um eine verlässliche Einschätzung zu geben – kein einzelner Wert ist allein entscheidend. Herzfrequenz, Laktatgehalt und Schmerzschwere gehören zu den relevanten Parametern.

Meistro et al. (2026, Animals, DOI: 10.3390/ani16030476) untersuchten die prognostische Bedeutung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (Erythrozytensedimentationsrate, ESR) für das Überleben bei Kolikpferden. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die ESR ein zusätzlicher nützlicher Laborparameter bei der Einschätzung des Schweregrades sein kann – ein vergleichsweise einfach zu messender Wert, der die klinische Prognosebeurteilung ergänzt.

KolikformPrognose (allgemein)Entscheidender Faktor
GaskolikSehr gutFrühzeitige Behandlung
KrampfkolikSehr gutUrsache finden und beheben
VerstopfungskolikGut bis befriedigendLokalisation und Dauer der Obstipation
SandkolikBefriedigendAusmaß der Sandansammlung
Dünndarmverschluss (chirurgisch)Abhängig von Zeitpunkt der OPStundenbruchteile entscheiden
MagenrupturSehr schlecht (fast immer tödlich)Prävention ist der einzige Schutz

Pferd auf der Weide frisst langsam von einem Heunetz — die beste Kolik-Vorbeugung ist artgerechte Fütterung

Fütterung nach Kolik – Was darf mein Pferd essen?

Nach einer Kolik ist die Fütterung keine Nebensache. Die falsche Fütterung in den ersten Tagen nach einer Kolikepisode kann einen Rückfall auslösen.

Allgemeine Regeln für die erste Phase (Tag 1–2)

  • Heu in kleinen Mengen – strukturiertes Raufutter regt die Darmbewegung an, ohne den Darm zu belasten. Beginnen Sie mit kleinen Portionen alle 2–3 Stunden.
  • Kein Kraftfutter – Getreide, Müsli und Pellets bleiben in den ersten 24–48 Stunden weg. Sie vergären schnell und können erneut Gasbildung auslösen.
  • Frisches Wasser immer zur Verfügung – ausreichend Flüssigkeit ist entscheidend für die Darmdurchfeuchtung.
  • Kein frisches Gras – der hohe Wassergehalt und die schnell vergärbaren Zucker können den Darm belasten.
  • Elektrolyte können nach Tierarztabsprache sinnvoll sein, besonders nach intensiver Infusionstherapie.

Rückkehr zur normalen Fütterung

Nach unkomplizierten Koliken ist vorsichtiges Reiten oft schon nach 1–2 Tagen wieder möglich. Die Rückkehr zur vollen Futtermenge sollte schrittweise erfolgen – über mindestens 3–5 Tage. Nach einer Operation oder schwerer Kolik gibt der Tierarzt individuelle Fütterungsempfehlungen, die strikt eingehalten werden sollten.

Fütterungsfehler, die Kolik begünstigen

Bestimmte Fütterungspraktiken erhöhen das Kolikrisiko langfristig. Dr. Susanne Weyrauch benennt vier Hauptursachen im Bereich Ernährung: Obturation (Verstopfung durch Futtermassen), Obstipation (Darmträgheit durch falsche Zusammensetzung), Fehlgärungen (durch ungeeignete Kohlenhydratquellen) und Herz-Kreislauf-Probleme, die die Darmdurchblutung beeinträchtigen. Kraftfuttermengen von mehr als 500–1.500 g pro Mahlzeit, zu wenig Raufutter und Öl in Mengen über 50–100 ml pro Gabe sind risikoreiche Faktoren. Auch MSM kann bei manchen Pferden Magen- und Darmreizungen auslösen.

Kolik beim Pferd vorbeugen – Was wirklich hilft

Kolik lässt sich nicht vollständig ausschließen, aber konsequente Haltung und Fütterung reduzieren das Risiko erheblich.

Fütterung

  • Raufutter als Basis: Mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht täglich, verteilt auf mehrere Portionen oder als Dauerversorgung über Heunetze.
  • Kraftfutter reduzieren: Kleine Mengen, maximal 500–1.000 g pro Mahlzeit, langsam umstellen.
  • Futterumstellungen langsam durchführen – niemals abrupt. Übergangszeit von mindestens 7–14 Tagen.
  • Kein verschimmeltes oder schlechtes Futter – regelmäßige Qualitätskontrolle.
  • Frische Rübenschnitzel immer quellen lassen – trockene Schnitzel können im Magen aufquellen.

Wasser und Trinken

  • Frisches Wasser immer verfügbar – ein Pferd trinkt 25–50 Liter täglich. Zu wenig Wasser ist ein Hauptauslöser für Obstipationskoliken.
  • Im Winter: Lauwarm getränktes oder angewärmtes Wasser – kaltes Wasser wird von manchen Pferden gemieden.
  • Automatische Tränken regelmäßig reinigen – verschmutzte Tränken werden gemieden.

Bewegung und Haltung

  • Regelmäßige Bewegung regt die Darmmotilität an. Paddock, Weide oder tägliche Arbeit sind wichtig.
  • Auslauf – Pferde in Boxenhaltung ohne Auslauf haben ein höheres Kolikrisiko.
  • Stress reduzieren – häufige Stallwechsel, Quarantäne oder soziale Isolation begünstigen Krampfkoliken.

Entwurmung und Zahnpflege

  • Kotuntersuchung vor jeder Entwurmung – Parasitenbefall erhöht das Kolikrisiko, besonders bei jungen Pferden (Askariden-Verstopfung). Mehr dazu in unserem Artikel zur selektiven Entwurmung.
  • Zähne mindestens einmal jährlich von einem Pferdzahnarzt oder Tierarzt kontrollieren lassen. Schlechte Kauqualität führt zu schlecht zerkautem Futter – ein Hauptauslöser für Obstipationskoliken bei älteren Pferden.

Sandprophylaxe

Pferde auf sandigen Böden oder abgefressenen Weiden sollten regelmäßig Psylliumschalen erhalten. Diese quellfähigen Fasern binden Sand im Darm und fördern seine Ausscheidung. Empfohlen werden Kuren von 5–7 Tagen monatlich oder eine permanente Beimischung – sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die geeignete Form.

Hausmittel bei Kolik – Was hilft, was schadet, was ist gefährlich?

Das Internet ist voll von Ratschlägen zu Hausmitteln bei Kolik. Als langjährige Pferdehalterin mit tiermedizinischem Hintergrund muss ich hier klar und ehrlich sein.

Was unter bestimmten Umständen vertretbar ist

  • Leichtes Führen: Bei leichter Gaskolik kann moderates Schrittführen die Darmmotilität anregen. Das ist aber kein Ersatz für tierärztliche Behandlung.
  • Wärme am Bauch: Eine Wärmedecke kann bei Krampfkoliken leichte Linderung bringen. Kein bewiesener Heileffekt, aber auch kein Schaden.
  • Wasser anbieten: Trinken ist sinnvoll und schadet nicht – außer bei klarem Verdacht auf Magenüberdehnung.

Was nicht hilft oder gefährlich ist

  • Öl per Mund eingeben: Eigenmächtiges Öl-Eingeben ist gefährlich. Bei Magenüberdehnung oder Reflux verschlimmert es die Situation. Nur der Tierarzt gibt Öl über die Sonde.
  • Schmerzmittel aus dem Humanbereich: Aspirin, Ibuprofen und ähnliche Mittel sind für Pferde nicht geeignet und können toxisch sein. Ausnahme: wenn der Tierarzt am Telefon ausdrücklich etwas empfiehlt.
  • Alkohol oder Bier: Ein altes Hausmittel ohne wissenschaftliche Grundlage – und je nach Menge schädlich.
  • Kümmelöl oder Fencheltee in größeren Mengen: Kein belegter Nutzen bei ernsteren Kolikformen. Zeitverlust durch Abwarten mit Hausmitteln kann tödlich sein.

Das Fazit ist eindeutig: Hausmittel sind kein Ersatz für den Tierarzt. Bei jedem Kolik-Verdacht zuerst anrufen – dann, falls der Tierarzt es für vertretbar hält und bei sehr leichten Verläufen, können begleitende Maßnahmen sinnvoll sein.

🐴 Kolik bei Distanzpferden – eine unterschätzte Gefahr

Pferde im Distanzsport sind einer besonderen Kolikgefahr ausgesetzt. Lesen Sie in unserem Ratgeber, worauf Sie bei Distanzpferden achten müssen: → Kolik bei Distanzpferden – der komplette Ratgeber

Wenn Kolik immer wiederkommt – Rezidivierende Kolik

Manche Pferde erleiden Kolik nach Kolik. Was steckt dahinter – und was kann man tun?

Mair und Sherlock (2023, PMID: 37121784) haben in einem Übersichtsartikel den aktuellen Wissensstand zu rezidivierenden Koliken zusammengefasst. Ihre wichtigsten Erkenntnisse für die Praxis:

  • Viele rezidivierende, unspezifische Koliken sind zwar selbstlimitierend, aber die Abgrenzung von ernsteren Erkrankungen ist schwierig und erfordert gründliche Diagnostik.
  • Häufige Kolikepisoden sind kein Zeichen, dass das Pferd „schon immer so war“ – sie weisen auf eine zugrundeliegende Ursache hin, die gefunden werden muss.
  • Wiederkehrende, langanhaltende Koliken können auf Motilitätsprobleme oder partielle Darmobstruktionen hindeuten.
  • Adhäsionen – Verwachsungen nach früheren Bauchoperationen – sind eine häufige Ursache für rezidivierende Koliken bei Pferden mit OP-Vorgeschichte.

Wenn Ihr Pferd regelmäßig Koliken entwickelt, sollte eine umfassende Diagnostik erfolgen: Gastroskopie zum Ausschluss von Magengeschwüren, Kotuntersuchung auf Parasiten, Ernährungsanalyse, ggf. Laparoskopie. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über einen strukturierten Abklärungsplan.

Häufige Fragen zu Kolik beim Pferd

Wie lange dauert eine Kolik beim Pferd?

Das hängt stark von der Kolikform ab. Eine leichte Gaskolik kann sich innerhalb von 20–60 Minuten mit Behandlung auflösen. Eine Verstopfungskolik kann mehrere Tage dauern. Chirurgische Koliken erfordern sofortige Intervention und eine Erholungszeit von mehreren Wochen. Wenn sich ein Pferd nach 30–45 Minuten nicht stabilisiert oder verschlechtert, ist das ein Notfallzeichen.

Kann ich bei Kolik etwas geben, ohne den Tierarzt zu rufen?

Nein – das wird nicht empfohlen. Schmerzmittel ohne Diagnose können das klinische Bild verschleiern und den Tierarzt bei der Beurteilung behindern. Außerdem ist die falsche Behandlung (z.B. Öl bei Magenüberdehnung) gefährlich. Rufen Sie immer zuerst den Tierarzt an – er kann am Telefon beurteilen, wie dringend sein Einsatz ist, und ggf. erste Maßnahmen empfehlen.

Kann man Kolik mit Hausmitteln behandeln?

Hausmittel können allenfalls begleitend eingesetzt werden – und nur bei sehr leichten Verläufen unter tierärztlicher Beobachtung. Leichtes Führen und Wärme können bei minimalen Beschwerden unterstützen. Öl per Mund, Alkohol oder Schmerzmittel aus dem Humanbereich sind nicht geeignet und können schaden. Kolik mit Hausmitteln behandeln zu wollen, während das Pferd leidet, kostet im schlimmsten Fall wertvolle Zeit.

Was ist der Unterschied zwischen Gaskolik und Verstopfungskolik?

Bei einer Gaskolik sammelt sich Gas im Dickdarm an, das nicht entweichen kann. Die linke Flanke ist oft aufgebläht, die Darmgeräusche verändert. Gaskoliken lösen sich oft mit Spasmolytika und leichter Bewegung auf. Bei einer Verstopfungskolik steckt Darminhalt an einer engen Stelle fest – meistens an der Beckenflexur. Diese Form dauert länger, erfordert Flüssigkeit per Sonde und gelegentlich mehrtägige intensive Behandlung. Beide Formen müssen tierärztlich beurteilt werden.

Wie kann ich Kolik beim Pferd vorbeugen?

Die wichtigsten Maßnahmen: ausreichend Raufutter (mind. 1,5 kg/100 kg KGW täglich), immer frisches Wasser zur Verfügung, Kraftfutter nur in kleinen Mengen und langsamen Umstellungen, regelmäßige Bewegung, jährliche Zahnkontrolle und Kotuntersuchung vor der Entwurmung. Für Pferde auf sandigen Böden eignen sich Psyllium-Kuren zur Sandprophylaxe. Stress und abrupte Haltungsänderungen erhöhen das Kolikrisiko und sollten möglichst vermieden werden.

Wann darf ich nach einer Kolik wieder reiten?

Nach einer leichten, unkomplizierten Kolik ist vorsichtiges Reiten häufig nach 1–2 Tagen wieder möglich – wenn das Pferd Kot absetzt, frisst, trinkt und keine Schmerzsymptome zeigt. Nach schweren Koliken oder Operationen entscheidet der Tierarzt individuell. Die Fütterung sollte in jedem Fall schrittweise wieder aufgebaut werden, bevor intensive Belastung erfolgt.

Fazit: Kolik beim Pferd – Wissen rettet Leben

Kolik beim Pferd ist kein Thema, bei dem man abwarten kann. Der entscheidende Unterschied zwischen einer harmlosen Gaskolik und einem lebensbedrohlichen Darmverschluss liegt oft nicht im äußeren Erscheinungsbild, sondern in der tierärztlichen Diagnose. Wer seinen Tierarzt sofort ruft, die richtigen Vitalwerte kennt und keine eigenmächtigen Behandlungsversuche unternimmt, gibt seinem Pferd die beste Chance.

Vorbeugung ist die wirkungsvollste Kolik-Behandlung: ausreichend Raufutter, frisches Wasser, regelmäßige Bewegung, gute Zahnpflege und ein waches Auge für Verhaltensänderungen.

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt – er kennt Ihr Pferd und kann den besten individuellen Plan für Ihre Situation erstellen.

Über die Autorin

Anastasia Profilbild
Anastasia D.

Pferdebesitzerin mit über 15 Jahren Erfahrung. Ihre Pferde, eine Vollblutstute (Ex-Galopper) & eine Friesen-Kaltblutmixstute werden in Eigenregie gehalten. Sie schreibt auf Basis eigener Erfahrung, stetiger Weiterbildung und wissenschaftlicher Recherche. Rücksprache mit Tierärzten wird regelmäßig gehalten. Bei medizinischen Fragen immer den Tierarzt konsultieren.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Mair T, Sherlock C (2023). Recurrent Colic: Diagnosis, Management, and Expectations. Vet Clin North Am Equine Pract. PMID: 37121784
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Anastasia D.
Anastasia D.
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